Verpackungen, Plastik und unsere Ozeane

Verpackungen, Plastik und unsere Ozeane

Seit dem 01.01.2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz, dass jedes Unternehmen, das Verpackungen in Umlauf bringt, die beim Endkunden in den Müll wandern, dazu verpflichtet, seien Verpackungen zu lizensieren. Auch wenn für als sehr kleines Unternehmen solche Abgaben oft schmerzhaft sind, halten wir das für einen Schritt in die richtige Richtung, da nicht alle Unternehmen bei der Auswahl ihres Verpackungsmaterials das richtigen Umweltbewusstsein zeigen – also sind auch unsere Verpackungen lizensiert.

Wir wollen aber noch einen Schritt weiter gehen und nicht nur versuchen, möglichst wenig Verpackungen in Umlauf zu bringen, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, gegen bereits geschehene Verschmutzungen anzukämpfen, damit die vermüllten Ozeane irgendwann wieder sauber und frei von Plastik werden. Das durch Plastik verursachte Umweltproblem ist für uns in Deutschland zwar nicht sehr sichtbar, trotzdem gehören wir zu den Hauptverursachern eines großen Teils des Plastikmülls. Und da unser Plastikmüll oft nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ gepresst und in Entwicklungsländer (allen voran Indonesien) exportiert wird, landet auch unser Müll letztlich oft in Flüssen und letzten Endes im Meer. Doch woher kommt dieses ganze Plastik?

Plastik ist ein Teil unseres Alltags

Wenn wir uns alle Gegenstände in unseren Wohnungen genau angucken, erkennen wir sofort, dass Plastik ein wesentliches Element unseres Alltagslebens ist. Seine ausgezeichnete Haltbarkeit zusammen mit den geringen Herstellungskosten machen es zu einem sehr nützlichen und vielseitigen Werkstoff. Diese Eigenschaften haben zu seiner maßlosen und unkontrollierten Nutzung geführt und damit zur Entstehung eines der größten Probleme der heutigen Gesellschaft beigetragen: die Verschmutzung durch Plastik.

Verschmutzung unserer Gewässer durch Plastik

Heutzutage verschmutzt Plastik die meisten Naturumgebungen und kann über Flüsse und über das Meer in alle Teile der Welt gelangen. Laut einer im Jahr 2016 durchgeführten Studie der Ellen MacArthur Foundation, landen jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Plastik im kristallklaren Wasser der Ozeane – das entspricht dem Äquivalent eines Müllwagens, der minütlich seinen Inhalt im Meer ablädt. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2025 eine Tonne Plastik pro drei Tonnen Fisch im Ozean schwimmen werden.

Meeresströmungen können Plastik über hunderttausende Kilometertransportieren. Manchmal häufen sich diese „Streu-Mull-Materialien“ an und bilden riesige Plastikinseln. Der sogenannte Great Pacific Garbage Patch, der zwischen Hawaii und Kalifornien liegt, ist ein Beispiel von diesen ökologischen Schrecken. Laut einer 2018 von der Ocean Cleanup Foundation durchgeführten Studie besteht der Great Pacific Garbage Patch aus 1,8 Billionen Plastikteilen mit einem Gewicht von 80.000 Tonnen – das entspricht dem Gewicht von 500 Jumbo-Jets. Davon sind 92% größere Objekte, während nur 8% Mikroplastik, d.h. Stücke, die kleiner als 5 mm sind.

Die Konsequenzen eines globalen Problems 

Es ist wohl bekannt, dass die Kunststoffe eine Beständigkeit gegen Abbau haben. Man bedenke nur, dass PET-Behälter – das Material, aus dem sie zum Beispiel aus Wasserflaschen bestehen – fast 1.000 Jahre benötigen, um von der Umwelt vollständig entsorgt zu werden. Es ist nicht nur die Entsorgung von Kunststoffabfällen, die zur Verschmutzung der Ozeane beiträgt, sondern auch bestimmte Verhaltensmuster, die mit unseren Gewohnheiten und unserem Lebensstil zusammenhängen. Nicht jeder weiß, dass verschiedene Konsumgüter – Zahnpasten, Kosmetikartikel und Peelings – winzige Plastikpartikel enthalten. Sie werden heute als Mikroplastik bezeichnet.

Obwohl die Verschmutzung durch Plastik oft mit visuell beeindruckenden Phänomenen in Verbindung gebracht wird – ein Fisch, der in einer Plastiktüte gefangen ist –, ist die Verschmutzung durch Mikroplastik eine weniger offensichtliche, aber weltweit bedeutender globale Notlage. Im Laufe der Zeit können Kunststoffe im Ozean in immer kleinere Teile zerfallen und zu Mikroplastiken werden. Da diese Teilchen fürs menschliche Auge unsichtbar sind, können sie von der Fauna (wirbellose Tiere, Fische, Möwen, Haifische und Walfische) aufgenommen werden und in die Nahrungskette gelangen. Nach Angaben der öffentlichen italienischen Forschungseinrichtung ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale, auf Deutsch: Höheres Institut für Umweltschutz und -Forschung), enthalten 15-20% der Meerestiere, die auf unsere Tische jeden Tag kommen, Mikroplastiken.

Die Auswirkungen von Mikroplastiken auf den Menschen sind noch nicht bekannt. Einige Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Einnahme von mit Mikroplastik kontaminierten Nahrungsmitteln das ordnungsgemäße Funktionieren des endokrinen Systems stören und genetische Veränderungen verursachen kann.

Aus diesem Grund ist ein rechtzeitiges und wirksames Handeln erforderlich, um dieser sich schnell verändernden globalen Notlage mit großen Maßnahmen zur Verringerung von Plastikabfällen und zum Schutz unserer Ozeane zu begegnen.

Die Plastic Bank Organisation

Die Umwandlung der Kunststoffverschmutzung von einem Problem in eine Ressource ist die Botschaft der Plastic Bank – einer Organisation, die in Vancouver im Jahr 2013 von David Katz und Shaun Frankson gegründet wurde. Sie arbeitet mit Entwicklungsländern zusammen, um die ernsten Umweltauswirkungen von Kunststoffen zu verringern.

In dem von David Katz entworfenen Kreislaufwirtschaftssystem können die Menschen ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Plastik von Tür zu Tür oder auf der Straße verdienen und es in einem der Zentren der Plastic Bank abliefern. Hier wird der Kunststoff gewogen und die Sammler erhalten Geld oder Güter. Auf diese Weise wird ein Überlebenseinkommen für die ärmsten Bevölkerungsschichten gesichert und gleichzeitig die Qualität der Umgebung erheblich verbessert. Dadurch wird verhindert, dass der Plastikmüll direkt in den Ozean gelangt.

Die Plastic Bank ist nun in verschiedenen Ländern (Haiti, die Philippinen, Brasilien) anwesend und hat mehrere Sammelzentren der Plastic Bank mithilfe von Spenden finanziert. Die Plastic Bank bemüht sich derzeit um die Ausweitung ihres Tätigkeitsbereichs auf andere Entwicklungsländer wie Indonesien, Äthiopien und Indien.

2020 spenden wir an die Plastic Bank

Darum haben wir uns dazu entschieden, zusätzlich zum Baumpflanzprojekt (wir lassen weiterhin pro verkauftes Produkt einen Baum in Madagaskar anpflanzen) das gewichtesmäßige Äquivalent der Verpackungen, die wir für die Vanillekiste verwenden, bei der Plastic Bank zu offsetten um so unseren Beitrag für eine saubere Zukunft zu leisten.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Wir haben das Durchschnittsgewicht der von uns verwendeten Verpackung pro Bestellung errechnet. Obwohl sich das zum Großteil Karton und Papier zusammensetzt, haben wir auf dieser Grundlage eine Prognose für das Jahr 2020 gemacht und ein Zertifikat für die äquivalente Menge Plastik bei der Plastic Bank Organisation erworben.

Wie schon bei der Auswahl unseres Partners für die Baumpflanz-Aktion, war es bei der Auswahl einer passenden Organisation war für uns besonders wichtig, dass nicht nur das Plastik weggeräumt wird, sondern dass das mithilfe der lokalen Bevölkerung geschieht. Darum viel die Wahl auf die Plastic Bank – hier werden Müllsammler für die gesammelte Plastikmenge bezahlt und haben dadurch eine Chance, durch ihren Einsatz für die Umwelt ihre Familien zu ernähren.

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